Kreativitätstechnik
Das Ursache-Wirkungs-Diagramm gehört zu den systematisch-analytischen Kreativitätstechniken.
Sie ist besonders geeignet für die systematische Ermittlung von Ursachen eines Qualitäts-,
Organisations- oder Ablaufproblems, da es die Ursachen eines Problems in einen logischen,
hierarchisch gegliederten Zusammenhang stellt. Zweck dieser Technik ist somit, Abläufe, Ereignisse,
Entscheidungen und Fehler so darzustellen, dass ersichtlich wird, welche Ursachen welchen Zustand bewirken.
Entwickelt wurde das Ursache-Wirkungs-Diagramm
von Ishikawa in den 50er Jahren und wird daher auch Ishikawa-Diagramm oder Fischgrät-Diagramm (aufgrund seines Aussehens) genannt.
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Checkliste zur Vorbereitung:
- rechtzeitige Bekanntgabe von Datum, Ort und Zeit
- 3-7 Teilnehmer
- ruhiger Sitzungsraum, Zeitbedarf maximal zwei Stunden
- benötigte Hilfsmittel: Blanko-Diagramme, Schreibzeug, Flipchart
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Nachdem sich alle Teilnehmer eingefunden haben und das Problem kurz vorgestellt worden ist,
entsteht das Ursache-Wirkungs-Diagramm in folgenden Schritten, wozu ein Zeitaufwand von nicht
mehr als 2 Stunden eingeplant werden sollte:
- Problemformulierung
Das Problem sollten Sie exakt formulieren, nicht aber zu eng gefasst, um mehr mögliche Ursachen
und deren Nebenursachen zu erfassen. Zunächst wird ein waagerechter Pfeil von links nach
rechts gezeichnet (Rückgrat des Fisches). An die Pfeilspitze (Kopf des Fisches) wird dann das Problem geschrieben.
- Erarbeiten der Hauptursachen
Die großen Ursachen des Problems werden mittels einer Gruppendiskussion oder einer Kreativitätssitzung
(z.B. Brainstorming) erarbeitet und als Hauptstränge (Gräten) in
das Diagramm eingetragen.
- Erarbeiten der Nebenursachen
Die Nebenursachen werden ebenfalls mithilfe einer Kreativitätstechnik im Anschluss für jede definierte
Hauptursache herausgearbeitet und an die jeweiligen Hauptstränge geschrieben. Durchaus denkbar ist,
dass auch diese Nebenursachen Unterursachen haben und dann als weitere Verästelungen in
das Diagramm eingetragen werden.
- Herausarbeiten der wahrscheinlichsten Ursachen
Durch analytische Diskussionen wird nun versucht, die Bedeutung für das entstandene Problem zu
gewichten. Ebenso wird mit den Nebenursachen verfahren. So ergeben sich die wahrscheinlichsten Problemverursacher.
- Überprüfen der wahrscheinlichsten Ursachen
Ob die definierten Ursachen auch wirklich die Problemtreiber sind, wird in einer
erneuten Diskussion analysiert und überprüft. Eingesetzt werden dazu das Team, sowie nun hinzugezogene Spezialisten.
- Definieren der Problemtreiber
Nun wird die wichtigste Hauptursache klar definiert. Bei sehr komplexen Problemen können dies in
Ausnahmefällen auch mehrere Ursachengruppen sein.
- Erarbeiten von Lösungsmöglichkeiten
Meist ergeben sich schon durch die klare Definition der Hauptursachen
Lösungsmöglichkeiten. Ansonsten kann mit Hilfe anderer Kreativitätstechniken in getrennten Sitzungen an der Lösungsfindung gearbeitet werden.
Die möglichen Lösungen können nun unmittelbar umgesetzt werden, oder falls diese
mit hohen Kosten oder größeren organisatorischen Veränderungen einhergehen, durch
übergeordnete Stellen abgesegnet werden.
Vorteile des Ursache-Wirkungs-Diagrammes
Als Vorteile des Ishikawa-Diagramms gelten:
- Es ist eine leicht zu erlernende Methode,
- es ermöglicht eine detaillierte Ursachensammlung und zeigt die Abhängigkeit der Ursachen zueinander und verdeutlicht so Wirkungszusammenhänge von Problemen,
- es berücksichtigt durch die Gliederung in Haupt- und Nebenursachen auch kleinere Einflüsse.
Nachteile des Ishikawa-Diagramms
Die Nachteile des Ursache-Wirkungs-Diagrammes sind hingegen:
- Das Zeichnen des Diagrammes wird mit zunehmender Problemkomplexität aufwendig und
- der Einfluss von zeitlichen Wechselwirkungen lässt sich mit dieser Methode nicht darstellen.
Auch diese Kreativitätstechnik lässt sich ohne großen Aufwand relativ leicht erlernen und stellt eine wirksame Methode dar, Problemursachenforschung zu betreiben. Daher sollte auch sie in Ihrem Karriere-Handwerkskasten einen nicht unbedeutenden Platz einnehmen.
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